Die Entwicklung und der spätere Betrieb der App waren im November 2025 öffentlich ausgeschrieben worden. Der Zuschlag an das Berner Softwareunternehmen wurde im Juni 2026 publiziert und ist nach Ablauf der Beschwerdefrist inzwischen rechtskräftig.
Offizielle Informationen direkt auf dem Smartphone
Die geplante App soll Informationen zu Geschäften, Tätigkeiten und Entscheiden des Bundesrates auf Smartphones zusammenführen. Dazu gehören unter anderem Medienmitteilungen, Beschlüsse und Reden.
Nutzerinnen und Nutzer sollen die Informationen gebündelt und personalisiert abrufen können. Die Bundesverwaltung will damit einen eigenen digitalen Informationskanal schaffen, der nicht von den Regeln, Algorithmen oder Geschäftsmodellen externer Plattformbetreiber abhängig ist.
Für die App sollen keine zusätzlichen redaktionellen Inhalte produziert werden. Sie greift vielmehr auf das bestehende Redaktionssystem des Bundes zurück, über das Informationen bereits heute für unterschiedliche Kommunikationskanäle aufbereitet werden. Nach Angaben der Bundeskanzlei kann das neue Angebot mit den vorhandenen personellen Ressourcen betrieben werden.
Schutz vor Falschinformationen und Deepfakes
Ein wesentlicher Hintergrund des Projekts ist die zunehmende Verbreitung manipulierter Inhalte. Mit künstlicher Intelligenz lassen sich täuschend echte Bilder, Videos, Tonaufnahmen und Aussagen erstellen, die den Eindruck einer offiziellen Mitteilung erwecken können.
Die Bundesrats-App soll deshalb als eindeutig erkennbarer und vertrauenswürdiger Kanal der Landesregierung dienen. Gerade bei Krisen sowie bei Beeinflussungs- und Desinformationskampagnen soll die Bevölkerung offizielle Informationen direkt von der Bundesverwaltung erhalten können.
Entwicklungskosten und langfristige Optionen
Für die Konzeption und Realisierung der Bundesrats-App stehen nach Angaben der Bundeskanzlei maximal CHF 325’000 exklusive Mehrwertsteuer zur Verfügung.
Daneben besteht über eine Laufzeit von zehn Jahren bis 2037 ein Rahmen von rund CHF 3,2 Millionen für optionale Leistungen. Dazu können der technische Betrieb, Wartungsarbeiten, Support und spätere Weiterentwicklungen gehören.
Der von der Bundeskanzlei genannte Gesamtwert von rund CHF 3,4 Millionen stellt somit das maximal mögliche Auftragsvolumen dar. Es handelt sich nicht um bereits fest eingeplante oder vollständig zugesicherte Ausgaben. In welchem Umfang die Optionen tatsächlich genutzt werden, hängt von der Entwicklung der App, den Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer und den künftig benötigten Funktionen ab.
Apps with love setzte sich gegen weitere Anbieter durch
Gemäss den veröffentlichten Ausschreibungsangaben gingen drei Angebote ein. Das Angebot von Apps with love AG überzeugte nach Beurteilung der Vergabestelle insbesondere beim bewerteten Preis und beim Potenzial für die zukünftige Weiterentwicklung.
Ebenfalls positiv beurteilt wurden die Motivation des Anbieters und die Erfüllung der weiteren Qualitätsanforderungen.
Die Entwicklung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen und voraussichtlich rund zehn Monate dauern. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Bundesrats-App sind für Mitte 2027 vorgesehen.
Berner Digitalagentur besteht seit 2010
Die Apps with love AG hat ihren Hauptsitz an der Landoltstrasse 63 in Bern und ist unter der Unternehmens-Identifikationsnummer CHE-116.029.116 im Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen verfügt zudem über einen Standort in Basel.
Die heutige Aktiengesellschaft ging aus der im September 2010 gegründeten Apps with love GmbH hervor. Das Unternehmen entwickelt digitale Produkte und Individualsoftware und begleitet Projekte von der Nutzerforschung und Konzeption über das Design bis zur technischen Entwicklung.
Mit der Bundesrats-App übernimmt Apps with love die technische Umsetzung eines langfristig angelegten Informationskanals der Schweizer Landesregierung.
Quellen: Bundeskanzlei, simap.ch, Handelsregister/Zefix und Apps with love AG.






