Bis Ende Juli haben die Krankenkassen die Prämien für das Jahr 2010 beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) einreichen müssen. Die Prämien werden nun durch das BAG geprüft und, sofern es keine Beanstandungen gibt, bewilligt. Dem Internet-Vergleichsdienst comparis.ch liegen die provisorischen Prämien von 35 Krankenkassen vor. Bei diesen Kassen sind zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung versichert. Basierend auf den provisorischen Prämien der Krankenkassen hat comparis.ch für das nächste Jahr einen durchschnittlichen Prämienanstieg von 11 Prozent berechnet1. Im Mai hat das BAG in einer ersten Prognose mit einem Prämienaufschlag von 15 Prozent gerechnet. «Der Prämienanstieg fällt weniger hoch aus als erwartet und entspricht ungefähr den Werten für die Jahre 2002 und 2003. Auch damals wurden in den Vorjahren die Reserven aufgrund des politischen Drucks stark abgebaut», sagt Richard Eisler, Geschäftsführer des Internet-Vergleichsdienst comparis.ch.
Grosse Unterschiede zwischen den Anbietern
Die einzelnen Versicherten sind unterschiedlich stark von den Prämienerhöhungen betroffen. So gibt es Krankenkassen, deren Versicherte im Schnitt mit einem Prämienaufschlag von 7 Prozent relativ glimpflich davon kommen. Dem stehen Prämienerhöhungen von 20 bis 25 Prozent bei anderen Kassen gegenüber. Da es sich bei den Zahlen um Durchschnittswerte handelt, sind im Einzelfall noch höhere, aber auch tiefere Prämienveränderungen möglich.
Zurückhaltung bei den Krankenkassen
Auffallend ist, dass die Krankenkassen sehr zurückhaltend mit Informationen zu ihren eingereichten Prämien sind. «Obwohl die Prämien berechnet sind, zögern viele Krankenkassen mit Informationen zu ihren Prämien für das nächste Jahr. Offenbar will niemand als Erstes einen hohen Aufschlag erklären müssen», sagt Eisler.




