05.06.2026, Zürich - Als die neue Internet-Domain .swiss im Herbst 2015 eingeführt wurde, war das Interesse gross.
Tausende Unternehmen, Verbände und Organisationen wollten sich attraktive Internetadressen sichern
und Teil der neuen Schweizer Domain-Endung werden.
Eine Domain stand dabei besonders im Fokus: marketing.swiss. Keine andere .swiss-Adresse wurde während der Lancierungsphase häufiger beantragt.
Gemäss den offiziellen Statistiken des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) war marketing.swiss der meistgewünschte Domain-Name der Lancierungsphase vom 7. September bis 9. November 2015. Insgesamt gingen in dieser Zeit 9'827 Gesuche für .swiss-Domains ein. Davon wurden 6'628 Domains zugeteilt, während 2'682 Gesuche abgelehnt wurden. Weitere 517 Gesuche erforderten eine zusätzliche Bearbeitung.
Weitere Informationen zum Bundesamt für Kommunikation finden Interessierte im Firmenporträt des BAKOM auf HELP.CH Firmenverzeichnis.
Mindestens sieben bekannte Bewerber
Die verfügbaren Registrierungsdaten zeigen, dass mindestens sieben Organisationen und Unternehmen die Domain marketing.swiss beantragt hatten. Zu den bekannten Bewerbern gehörten die Schweizerische Gesellschaft für Marketing (GfM), Swiss Marketing (SMC), die Handelsschule KV Basel, Kaiser Promotion AG, GISI Consult, REFIVE sowie Menyhart Training. Sämtliche in den verfügbaren Daten ersichtlichen Bewerbungen wurden im November 2015 abgelehnt.
Damit blieb die laut BAKOM meistgewünschte Domain der Lancierungsphase ohne registrierten Inhaber.
Obwohl über 6'600 Domains vergeben wurden
Die Zahlen der Lancierungsphase machen den Fall besonders bemerkenswert. Während insgesamt 6'628 .swiss-Domains erfolgreich zugeteilt wurden, erhielt ausgerechnet marketing.swiss keinen Besitzer.
Auch rund zehn Jahre nach der Lancierungsphase von .swiss ist marketing.swiss weiterhin nicht vergeben. Damit blieb die laut BAKOM meistgewünschte Domain der Startphase bis heute ohne registrierten Inhaber.
Während zahlreiche attraktive .swiss-Domains in den vergangenen Jahren registriert und aktiv genutzt wurden, blieb die meistgewünschte Domain der Startphase ohne Inhaber.
Besondere Regeln für generische Begriffe
Eine mögliche Erklärung könnte in den speziellen Vergaberegeln für generische Begriffe liegen.
Das BAKOM unterscheidet bei der Vergabe von .swiss-Domains zwischen individuellen Bezeichnungen und Begriffen mit generischem Charakter. Dazu gehören Bezeichnungen, die ganze Branchen, Tätigkeiten, Produkte oder Dienstleistungen beschreiben. Für solche Domain-Namen gelten besondere Voraussetzungen. Das Ziel besteht unter anderem darin, sicherzustellen, dass die Nutzung solcher Begriffe einen Mehrwert für die betroffene Gemeinschaft oder die Schweizer Öffentlichkeit schafft.
Ob diese Regelungen im Fall von marketing.swiss tatsächlich ausschlaggebend waren, ist öffentlich jedoch nicht dokumentiert. Die konkreten Gründe für die Ablehnung der einzelnen Gesuche sind nicht bekannt.
Was Unternehmen daraus lernen können
Der Fall marketing.swiss zeigt, dass die Vergabe einer .swiss-Domain deutlich anspruchsvoller sein kann als bei klassischen Domain-Endungen.
Während bei vielen Domain-Namen weltweit das Prinzip «first come, first served» gilt, prüft das BAKOM bei .swiss bestimmte Bezeichnungen nach zusätzlichen Kriterien. Insbesondere bei generischen Begriffen, Branchenbezeichnungen oder Namen von besonderem öffentlichem Interesse können besondere Voraussetzungen gelten. Unternehmen und Organisationen sollten deshalb vor einer Registrierung prüfen, ob ein ausreichender Bezug zum gewünschten Domain-Namen besteht und ob zusätzliche Anforderungen erfüllt werden müssen.
Die besondere Philosophie von .swiss
Der Fall marketing.swiss zeigt exemplarisch, dass .swiss von Beginn an anders konzipiert wurde als klassische Domain-Endungen wie .ch oder .com.
Nicht allein die Reihenfolge der Registrierung spielte eine Rolle. Vielmehr sollten Domain-Namen einen klaren Bezug zur Schweiz aufweisen und den Vergabekriterien des BAKOM entsprechen. Für bestimmte Bezeichnungen wurden deshalb strengere Anforderungen festgelegt als bei herkömmlichen Domain-Endungen.
Die Domain-Endung .swiss soll die Schweiz im Internet repräsentieren und steht deshalb nur Unternehmen, Organisationen und Personen mit einem nachweisbaren Bezug zur Schweiz offen.
.swiss hat sich etabliert
Seit ihrer Einführung hat sich .swiss als eigenständige Schweizer Domain-Endung etabliert. Ende 2025 waren bereits 33'517 .swiss-Domains zugeteilt. Damit hat sich die Zahl der vergebenen Domains seit der Lancierungsphase mehr als verfünffacht.
Gleichzeitig zeigen Fälle wie marketing.swiss, dass die Vergabestelle besonderen Wert auf eine sorgfältige Zuteilung legt. Hinter einer Domain stehen oftmals nicht nur technische Fragen, sondern auch Themen wie Markenrechte, Brancheninteressen, Swissness und die digitale Identität der Schweiz.
Ein interessantes Kapitel der Schweizer Internetgeschichte
Rund zehn Jahre nach dem Start von .swiss bleibt marketing.swiss ein bemerkenswerter Sonderfall.
Die laut BAKOM meistgewünschte Domain der Lancierungsphase wurde nie vergeben. Damit bleibt marketing.swiss bis heute ein interessantes Beispiel für die besonderen Vergaberegeln der Schweizer Internet-Domain .swiss und ein bemerkenswertes Kapitel der Schweizer Internetgeschichte.
HELP.CH beobachtet seit vielen Jahren die Entwicklung des Schweizer Domain-Marktes. Als offizieller SWITCH-Registrar für .ch-Domain-Namen und Betreiber verschiedener Domain- und Informationsplattformen verfolgt HELP.CH die Entwicklung der Schweizer Internet- und Domain-Landschaft seit vielen Jahren. Die Geschichte von marketing.swiss zeigt eindrücklich, wie eng Themen wie Domains, Marken, Wirtschaft und die digitale Präsenz der Schweiz miteinander verbunden sind.
Wer den aktuellen Status von Domains, Whois-Daten oder Registrierungsinformationen prüfen möchte, findet entsprechende Informationen auf domainwhois.ch.
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| HELP Media AG (Firmenporträt) | |
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swiss-press.com / HELP Media AG, 05.06.2026
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